Vespa Tuning – ganz legal

Vespa Tuning – ganz legal
Rate this post

Ich schaue aus dem Fenster. Es regnet! Ich denke an die letzten Tage dieses
wunderbaren goldenen Oktobers und den Sommer, der gefühlt ein
Jahrhundertsommer für alle Zweiradfreunde war. Es regnet schon den
ganzen Morgen. Meine Vespa fahren werde ich heute wohl nicht, aber eine
gewisse Lust auf Vespa Tuning bekomme ich als ich morgens wieder mal
ziellos im Internetforum rumklicke, Kaffee trinke, Beiträge zum Vespa
Tuning durchlese und all die neuen Leistungskurven bestaune. Das
Szenario holt holt mich komplett ab als ich mir vorstelle wie das Hinterrad
meiner Vespa bei der nächsten Ausfahrt beim Beschleunigen den Asphalt
brutalst zerreißen würde, das Vorderrad auch im höchsten Gang noch
stiege und das Getriebe bei Einsetzen der Resonanzdrehzahl zerbrechen
würde sofern ich martialisch am Gasgriff drehe. Durch die vorhandene
Leistung würde ich im Alltag vermutlich eher nur mit halb geöffnetem
Gasschieber von Kolbenklemmer zu Kolbenklemmer fahren. Das kratzt
mich alles etwas auf! Frisieren wollte ich mein Moped ja eigentlich nicht.
Und kaputtgehen soll es auch nicht denke ich mir im gleichen Atemzug.
Ich spinne etwas weiter und überlege mir, wie sich meine Vespa denn
tunen ließe, ohne den legalen Rahmen der Straßenverkehrsordnung zu
überschreiten. Die Straßenverkehrsordnung macht kreativen
Vespaschraubern bei vielen Ideen zur Optimierung Ihres Fahrzeugs leider
ganz schnell einen dicken Strich durch die Rechnung.
Die gesetzlichen Regularien schreiben zum einen vor, dass die Leistung
des Fahrzeugs nicht verändert werden darf. Somit fallen natürlich all die
verlockenden Tuningteile weg. Mehr Drehmoment durch mehr Hubraum.Mehr Leistung durch zur Verfügung stehendes Drehmoment, eine tolle
Kanalgestaltung, ideal an das Motorsetup angepasste Steuerzeiten. Ich
beginne zu assoziieren und drifte langsam ab … nein, das geht so nicht.
Auch fällt für mich das zu meiner Jugendzeit so beliebte Sound Tuning
flach. Schneller sein – oder sich zumindest so fühlen – durch guten Sound!
Weggebrannte Krümmerdichtungen, abgefallene Endschalldämpfer oder
handwerklich und kunstvoll eingebrachte Löcher im Auspuffkörper sind
alles denkbare Szenarien, doch auch hier wird einem der Spaß verwehrt.
Die Lautstärke darf laut Gesetzesregelung den in den Zulassungspapieren
eingetragenen Wert nicht übertreffen. Man darf sich auf seinem Zweirad
also nicht einmal schnell fühlen.
Doch kann man wirklich gar nichts an seiner Vespa verbessern?
Mitnichten! Mir fällt ein, wie ich gestern so ein Fliegengewicht mit seinen
zarten 150kg Fahrergewicht auf seiner Plastomatik Mofa beim
Beschleunigen beobachtet habe, also ich mit dem Fahrrad an ihm
vorbeifur. Das legale Vespa Tuning geht also einher mit der Verbesserung
des Leistungsgewichts. Wenn ich also für 75 kg Vespa und 75 kg
Fahrergewicht 10 PS Motorleistung zur Verfügung habe, dann bräuchte ich
für 75 kg Vespa und einen Fahrer mit 110 kg Gewicht ja bereits 12,3 PS,
was einer Leistungssteigerung von 23% ! entsprechen würde.
Ich habe gerade noch rechtzeitig festgestellt, wie ich das Leistungsgewicht
und somit auch das Fahrerlebnis mit meiner Vespa maßgeblich
beeinflussen kann, als ein Kumpel an meiner Haustür klingelt um mit mir
in den Biergarten zu gehen.
Ich schaue raus und stelle fest, dass die Sonne scheint. Ein guter Tag um
was zu unternehmen. Ich habe auch schon richtig Hunger!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.